Honigverkauf – Was muss ich machen?

Honigverkauf – Was muss ich machen?

Häufig treten Imker/innen an den Südtiroler Imkerbund heran, mit der Fragestellung was alles zu tun ist, wenn man Honig verkaufen möchte. Dies wollen wir zum Anlass nehmen um hier einige grundlegende Betrachtungen anzuführen. In diesen folgenden wird der aktuelle Stand nach der derzeitigen Gesetzeslage wiedergegeben, wobei der steuerrechtliche Aspekt NICHT betrachtet wird.

Um den eigenen Honig an Dritte weitergeben zu können müssen folgende Bereiche und Aspekte eingehalten werden:
• Reguläre Meldung der Bienenvölker an den überbetrieblichen tierärztlichen Dienst (wird für die Mitglieder vom Südtiroler Imkerbund automatisch erledigt!)
• Tätigkeitsbeginn-Meldung (dichiarazione inizio attività), welche auf der Gemeinde an den Bürgermeister zu tätigen ist. In dieser wird der Beginn der imkerlichen Tätigkeit an die Gemeinde mitgeteilt.
• Führung des Medikamentenregisters: Dieses vidimierte Register ist bei den Amtstierärzten in den Gemeinden erhältlich und muss von jedem Tierhalter geführt werden, der Nutztiere zur Gewinnung von Lebensmitteln oder Verkauf hält (unabhängig des Honigverkaufes!)
• Produktionsregister zur Eintragung der entsprechenden Erntemengen und zur Rückverfolgbarkeit der Produkte (kein eigenes Register, kann individuell geführt und erstellt werden, auch digital!)
• HACCP-Register zur Eintragung sämtlicher Putz- und Reinigungsarbeiten, deren zeitliche Intervalle und Verantwortung (ebenfalls kein spezielles Register, sondern kann individuell geführt werden, eventuell auch in Kombination mit dem Produktionsregister).
• Für die Abfüllung des Honigs als Direktvermarkter (Produzent zu Endverbraucher) kann auch die häusliche Küche verwendet werden.
• Für die Abfüllung selbst ist in jedem Falle eine geeichte Waage erforderlich, da es sich um ein abgepacktes Produkt handelt.
• In jedem Fall muss das Produkt etikettiert sein, wobei der Produzent, das Produkt selbst (in unserem Fall Honig) das Herkunftsland als auch dass Füllgewicht und das Mindesthaltbarkeitsdatum sowie die Losnummer angegeben sein muss. Diese Angaben müssen in jedem Fall in italienischer Sprache fakultativ auch in deutscher Sprache angegeben sein.
• Das Gebinde (in unserem Fall das Honigglas) muss so gesichert sein, dass ein Öffnen und Wiederverschließen ohne dass dies ersichtlich ist nicht möglich ist. (Papierschleife über den Deckel!)

Wir raten allen Imkern/innen dringend dazu sich in diesen Bereichen in Ordnung zu bringen, um böse Überraschungen bei eventuellen Kontrollen von Seiten der Behörden vorzubeugen. Wir weisen darauf hin, dass sämtliche Register ordnungsgemäß geführt und ausgefüllt werden müssen!

Was die steuerrechtliche Seite für den Honigverkauf betrifft, so rät der Südtiroler Imkerbund sich mit einem Steuerberater in Verbindung zu setzten um die jeweilige Situation, die sehr individuell ist, genau abzuklären. Eventuelle Kontaktadressen können im Büro des SIB erfragt werden.

Diese obigen Angaben beziehen sich auf den aktuellen gesetzlichen Stand bei Drucklegung (Oktober 2013), können sich aber ändern, insofern ersuchen wir sich beim SIB oder bei den Amtstierärzten genauestens zu Informieren.

Andreas Platzer Fachberater für Bienenzucht


 
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