Schulbienenstand am SSP Algund

Im Januar 2018 startete unsere Lehrerin das Wahlfach „Schulbienenstand“ für 14 Kinder der 4. und 5. Klasse der Grundschule Partschins. Da sie selber Imkerin ist, konnte sie uns alles über Bienen erzählen.

Jetzt aber der Reihe nach: Am 11. Januar fing endlich unser Bienenprojekt an. Wir alle waren schon sehr aufgeregt. Zuerst haben wir gewerkelt und gebaut, bis Rähmchen und Bienenwohnungen aus Holz fertiggestellt waren. Später werden die Königinnen dort ihre Eier ablegen und die Bienen Pollen und Honig eintragen. In einem Dampfwachsschmelzer haben wir dann die alten schwarzen Waben eingeschmolzen, um sauberes Wachs zu gewinnen. Am darauffolgenden Donnerstag war es sehr anstrengend, denn wir mussten die alten Waben mit Messern abkratzen und reinigen, Drähte in die Rähmchen einspannen, Mittelwände einlöten und die selbst zusammengebauten Bienenkästen mit Leinöl bestreichen. Über alles, was wir machten, begannen wir ein Tagebuch zu schreiben. In der darauffolgenden Woche machten wir einen Lippenbalsam aus Bienenwachs.

1. März, Sonne bei 7 Grad: Endlich unser erster Tag bei den Bienen. Wir schlüpften in unsere Imkeranzüge und spazierten zum Hof von Moritz Schönweger, denn dort waren unsere Bienen untergebracht. Zuerst brauchten unsere Bienenvölker Namen. Da wir nicht jeder einzelnen Biene einen Namen geben konnten (das wären ja fast 300.000 Namen gewesen), gaben wir nur den Königinnen Namen: Heidi, Dancing Queen, Margherita (wie die Pizza), Camilla, Frieda, und Angela Merkel. Regelmäßig sahen wir auf der Windel des Bienenstockes nach, ob dort Varroamilben zu sehen waren (wenn es zu viele wären, könnte das für die Bienen gefährlich werden). Wir bildeten Gruppen, jede einzelne war für eine Königin zuständig.

Die nächsten Wochen vergingen dann mit Futter- und Varroakontrollen. Wir mussten schauen, welche Königin sich am besten entwickelte und sich so für die Zucht eignete. Dazu gab uns unsere Lehrerin eine Stockkarte des Südtiroler Imkerbundes, in der wir unter anderem auch Eigenschaften wie Sanftmut und Wabensitz der Bienen eintrugen. Unsere Favoritin war Frieda.

Inzwischen brach der 10. Donnerstag des Bienenprojektes an. Es war mit 25 Grad sehr warm. An diesem Tag wollten wir mit der Königinnenzucht beginnen. Als wir am Hof von Moritz ankamen, erwartete uns eine große Überraschung. Dancing Queen hatte Frieda überholt, da sie die Drohnenwabe schon fast fertig ausgebaut hatte. Also nahmen wir Dancing Queen für die Zucht. Als erstes mussten wir im Pflegevolk alle Brutwaben rausnehmen, damit sich die Bienen selbst keine Königinnen machen konnten. Wir fütterten das Volk mit Honigwasser und gaben den Zuchtstoff dazu. Zwei Wochen später durften wir etwas Phantastisches erleben. Wir beobachteten, wie eine Königin schlüpft. Live!! Leider kamen dann aber nur 6 von 14 Königinnen durch, sie sind entweder gar nicht geschlüpft oder beim Hochzeitsflug nicht mehr zurückgekehrt.

Wir haben unsere Bienen jetzt 5 Monate lang begleitet, bald beginnen die Sommerferien. Unsere Lehrerin will sich weiterhin mit uns um unsere Schulbienen kümmern. Und wer weiß, vielleicht können wir irgendwann im Juli Honig schleudern. Vielen Dank an die Familie Schönweger vom Unteren Schönwegerhof für die herzliche Aufnahme, wir haben uns auf dem Hof sehr wohl gefühlt und unsere Schulbienen natürlich auch. Wir bedanken uns auch beim Südtiroler Imkerbund, dass er uns die Schutzanzüge zur Verfügung gestellt hat.

Alma Remus, 5. Klasse GS Partschins
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