Bruneck

Tätigkeitsbericht des Vereinsjahres 2010

Am 22.01.2010 findet die Jahreshauptversammlung unseres Bezirkes im Saal der Feuerwehr-halle von Dietenheim statt. Anwesend sind der versammelte Ausschuss sowie die Ortsobmän-ner und Delegierten. Als Ehrengäste können Bundesobmannstellvertreter Albert Kemenater und der Ehrenobmann des Bezirkes Bruneck, Herr Hans Schrott begrüßt werden. Auf der Ta-gesordnung steht neben den Regularien ein Referat von Wanderlehrer Heinrich Gufler. Der Bundesobmannstellvertreter überbringt die Grüße des Bundes und animiert vor allem zur Weiterbildung. Im Anschluss an die Versammlung stärken sich die Delegierten in der Schlem-merstube.
Am Samstag, 06.03.2010 nehmen der Bezirksobmann und die Delegierten an der Jahres-hauptversammlung des S.I.B. in Terlan teil.
Der Bezirksobmann oder ein Ausschussmitglied nehmen an allen Jahresversammlungen der Ortsgruppen teil, sofern diese eine abhalten bzw. eine Einladung aussprechen. Weiters nimmt der Bezirksobmann oder eine Vertretung an den Jahreshauptversammlungen der Nachbarbe-zirke teil und an den Sitzungen des Imkerbundes in Bozen. Der Bezirksausschuss trifft sich im Laufe des Jahres zu drei Arbeitssitzungen. Der Bezirksobmann beteiligte sich zudem an meh-reren Planungssitzungen für den 86. Imkerkongress in Bruneck.
Am Sonntag, den 20. Juni 2010 organisierte der Bezirk eine Fahrt nach Längenfeld im Ötztal/ Nordtirol zum Imker und Wanderlehrer Marcel Klotz. An der Fahrt beteiligt sich trotz Dauer-regens ein voll besetzter Bus von Imkerinnen und Imkern.
Der Bezirksausschuss hat heuer von einer Fortbildung am Lehrbienenstand Dietenheim abge-sehen, da keine besonderes Bedürfnis bestand und da die Imker die Möglichkeit hatten sich beim Imkerkongress kompetente Referenten zu erleben.
Der Bezirk organisierte auch heuer wieder die Verteilung der Varroabekämpfungsmittel Ende Juni. Diese ging ziemlich reibungslos über die Bühne. Auch die Bestätigungen über den Er-halt der Mittel konnten dadurch rechtzeitig dem Bund weitergeleitet werden.
Ein voller Erfolg war sicherlich der 86. Imkerkongress in Bruneck. Für die Organisation ver-antwortlich waren der S:I:B mit dem Koordinator Heinrich Gufler und der Tourismusverein Bruneck. Ihnen gelang es ideale Räumlichkeiten für Referate und Geräteschau zu adaptieren, eine reibungslose Abwicklung des Programms zu garantieren und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm anzubieten. Auch die Unterbringung der vielen Teilnehmer klappte per-fekt. Unser Bezirk stellte im Laufe der acht Tage mehrere freiwillige Mitarbeiter und Mitar-beiterinnen zum arrangieren der Räumlichkeiten und für die Kontrolle der Eingänge. Bei all jenen, die aus freien Stücken Dienste verrichtet haben, möchte ich mich nochmals ganz herz-lich bedanken. Besonders positiv erlebt habe ich beim Kongress die kollegiale Zusammenar-beit mit den Imkern der Nachbarbezirke.
Am 05. Dezember 2010 wird nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kapuzinerkirche Bruneck im Hotel Olympia in Reischach die 53. Ambrosiusfeier abgehalten. Überschattet wird die Feier leider durch die Nachricht des Ablebens des Ehrenobmannes Herrn Hans Schrott in der vergangenen Nacht. Hans war nämlich nicht nur der Begründer dieser Feier, er hat auch bei allen 52 vergangenen teil genommen Zur Feier können wiederum viele Gäste begrüßt werden. Landesrat Hans Berger überbringt die Grüße der Landesverwaltung und gra-tuliert zum großartigen Erfolg des deutschsprachigen Imkerkongresses. Er bekräftigt weiters sein Bemühen um das Verbot in Südtirol gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Die Stadträtin von Bruneck Frau Dr. Waltraud Deeg bedankt sich bei den Imkern für ihre Bemü-hungen zur Erhaltung der Artenvielfalt. Dr Arthur Fabi berichtet über den Gesundheitszustand der Bienenvölker im Bezirk. Der Obmann des S.I.B Englbert Pohl nutzt die Gelegenheit den Imkern die Tätigkeiten des abgelaufenen Jahres zu präsentieren und einen Ausblick auf das kommende Imkerjahr zu geben. Dr. Hugo Valentin würdigt in seinen Worten die Leistungen von Hans Schrott, den er ein großes Stück seines Weges begleitet hat. Anwesend sind auch Bezirksobmänner und Vertreter andere Imkerbezirke. Als Referent konnte der WL und Präsi-dent des Tiroler Imkerverbandes Herr Josef Bramböck gewonnen werden. Er referierte zum Thema:“ Ist Imkerei nur ein Hobby?“ Es beteiligten sich ca. 100 Imker an der Feier. Mit ei-nem gemeinsamen Mittagessen klingt die Feier aus.

Ich stelle fest, dass der Bezirk 12 Ortsgruppen führt mit insgesamt 247 Imkerinnen und Im-kern. Dies entspricht einem Rückgang von etwa vierzig Mitgliedern im letzten Vereinsjahr. Der Grund dafür liegt eindeutig in der Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Vor allem unterstüt-zende Mitglieder waren nicht mehr bereit den Beitrag zu entrichten. Auch die Völkerzahl hat sich reduziert. Wobei ich bemerken möchte, dass die gemeldeten Völker in keiner weise den tatsächlich im Bezirk aufgestellten Völkern entsprechen. Die Zahl der effektiv im Bezirk flie-genden Völker liegt erheblich unter jener der gemeldeten Völker. Die Ursache dafür ist, dass die Meldung der Völkerzahl immer schon gemacht werden muss bevor die ersten Reinigungs-flüge erfolgen können. Für den Imker ist es daher noch nicht abzuschätzen wie viele das Früh-jahr tatsächlich erleben werden. Ich mache mir daher reelle Sorgen über die Zukunft der Imke-rei im Bezirk und sehe eine flächendeckende Bienenhaltung kaum noch gegeben, was sich negativ auf die Bestäubung vieler Wild- und Kulturpflanzen auswirken wird. Wie schon im letzten Jahr festgestellt, ist dieser Verlust an Imkerinnen und Imkern sowie an Völkern in den einzelnen Ortsgruppen ganz verschieden. Das heißt dass in einigen Ortsgruppen die Zahl der Mitglieder sogar leicht zugenommen hat, während in anderen Ortsvereinen kaum junge Imker dazukommen. Ich appelliere daher erneut an die einzelnen Ortsobmänner, aber auch an alle Imkerinnen und Imker, sich vermehrt um die Mitgliederwerbung zu bemühen.
Die Honigernte ist in unserem Bezirk gut bis sehr gut ausgefallen. Der ganze Mai und der Monat (Juni bis zum 24.) waren viel zu kalt und vor allem regnerisch und windig. Es sah ganz danach aus als ob die Honigschleudern gar nicht in Betrieb genommen werden könnten. Die letzte Juniwoche, sowie die ersten beiden Wochen im Juli brachten dann aber durch eine ein-setzende Waldtracht noch gute bis sehr gute Erträge, wobei der Honig von hervorragender Qualität ist.
Keine Probleme gab es heuer bei der Varroabehandlung mit der Ameisensäure im Spätsom-mer. Die Temperaturen waren im Unterschied zum Vorjahr, wo sie viel zu hoch waren, gera-dezu ideal um einen guten Behandlungserfolg zu garantieren. Wer termingerecht behandelt und auch die Restentmilbung gewissenhaft durchgeführt hat, dürfte gesunde Völker in den Winter gebracht haben. Verschont geblieben ist unser Bezirk heuer von Faulbrutfällen, wäh-rend angrenzende Bezirke diesbezüglich Probleme hatten.
Zum Schluss möchte ich mich noch bei meinen Mitgliedern im Ausschuss für die freund-schaftliche Zusammenarbeit und bei den Ortsobmännern für ihren Einsatz bedanken. Ein Dank geht auch an die Bezirksobmänner der Nachbarbezirke und an die Bundesleitung für die konstruktive Kooperation. Nicht zuletzt ergeht auch ein Dank an jeden einzelnen Imker für seinen Einsatz für die Bienenzucht und die Natur.

Der Bezirksobmann
Josef Rainer
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