Jahresbericht 2014

„Ein Jahr total zu vergessen“
Das Bienenjahr 2014 im Imkerbezirk Bozen-Unterland

Obwohl der Winter 2014 sehr schneereich war, gingen in den meisten Gebieten unseres Bezirkes die Bienenvölker wegen des milden Klimas schon im Jänner in Eiablage. Die Völker mussten durch die dadurch lange anhaltende Waldtracht im Jahre 2013 auf dem ballaststoffhaltigen Waldhonig überwintert. Dies hatte Ruhr und Nosema, sowie schwache Völker bei der Auswinterung, zur Folge. In Gebieten wo in den Wintermonaten die Bienen immer wieder ausfliegen konnten, war die Belastung der Kot Blase durch das Sammeln von Wasser weniger belastet, sodass dort relativ gut ausgewintert werden konnte.
In der Talsohle begann die Apfelbaumblüte sehr früh und konnte auch genützt werden, in den höheren Lagen hingegen machte anhaltender Regen den Imkern einen Strich durch die Rechnung.
Das schlechte Wetter dauerte den ganzen Sommer über an, durch die feucht warme Witterung aber konnten sich die Honigtauerzeuger in einigen Gebieten sehr gut entwickeln und die Waldtracht wurde auch teilweise genutzt. Allerdings genügte der Honigertrag kaum für den Eigenverbrauch der Bienenvölker. Auch die Sommerblüte wie z.B. die Kastanie oder die Alpenrose waren wetterbedingt kaum ergiebig. Laut Bericht der Ortsobmänner lag der Honigertrag im Bezirk Bozen - Unterland zwischen 0% und 25% im Vergleich zu einem Durchschnittsjahr. Die Völker haben sich trotzdem gut entwickelt und durch die ausbleibende Tracht weniger abgearbeitet.
Leider hat sich auch die Varroa Milbe sehr gut entwickelt, sodass schon im Juli die Schadschwelle erreicht wurde. Der Varroa Druck hielt dann das ganze Jahr über an. Eine wirksame Bekämpfung war daher dringend notwendig.
Im Oktober sanken dann für kurze Zeit die Temperaturen, der November und Dezember waren aber wieder außerordentlich mild, so dass die Völker vielfach erst in der 2. Dezember Hälfte Brut frei waren, oder teilweise sogar durchgebrütet haben. Somit konnte erst sehr spät die Winterbehandlung durchgeführt werden.
Bedingt durch diese negativen Umstände, mangelnde Tracht und Varroa Problematik, hat es bereits im Oktober die ersten Völkerverluste gegeben.
Bei der Jahreshauptversammlung am 8. Dezember in Kaltern wurde Dieter Weis für weitere 3 Jahre als Bezirksobmann bestätigt. Maria Mayr Lago und Thaler Josef wurden als Stellvertreter gewählt.
Zu der traditionellen Vortragsreihe im Februar in der Laimburg, vorbildlich organisiert vom WL Andreas Platzer (danke Andreas), konnten die WL Erich Larcher, Maria Mayr Lago und Andreas Platzer als Referenten gewonnen werden. Die zahlreichen Besucher konnten dabei viel Aktuelles und Interessantes erfahren.
Am 24. Mai haben uns am Ritten die Kräuterpädagoginnen Jutta Tappeiner Ebner und Renate De Mario Gamper in beeindruckender Weise bei einer Kräuterwanderung vieles über die Vielfalt der Kräuter und deren Nutzen erzählt.
Ein kulinarischer Leckerbissen waren die Kräuterspezialitäten zubereitet und serviert vom Hotel Rinner. Am Nachmittag dann hat uns Paul Rinner seine Bio Imkerei gezeigt und näher gebracht. Es war ein gemütlicher, interessanter und gelungener Ausflug, an dem viele Imkerinnen und Imker teilgenommen haben.
Am 15. Juni führte uns die Lehrfahrt zum WL Klaus Danzl nach Schwaz in Nordtirol. Klaus Danzl hat uns seinen Imkerbetrieb, die Führungsweise seiner Völker, die Vermarktung von Bienenprodukten, im speziellen die Herstellung der Wachskompressen und die Bienenstockluft vorgestellt.
Nach einem ergiebigen Mittagessen in der Knappenkuchl , ließen wir uns im Schloss Tratzberg von den wunderbar erhaltenen Schlosssälen verzaubern
Abschließend noch zu erwähnen ist, dass es nur sehr wenig gemeldete Spritzschäden gab, auch die Schäden, verursacht durch die Bären, hielten sich in Grenzen. Es wurden auch keine Fälle der amerikanischen Faulbrut sowie anderen anzeigepflichtigen Krankheiten gemeldet.

Wir Imker leben mit der Natur und von der Natur und wir müssen somit nehmen, was sie uns gibt. In diesem Sinne wünschen wir uns allen für das Jahr 2015, dass es ein ganz besonders gutes Jahr werden wird.
Jahresbericht 2014
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