Jahresbericht 2016

Der Imkerbezirk Bozen – Unterland, als größter Bezirk des Südtiroler Imkerbundes, besteht aus 18 Ortsgruppen mit 736 Mitgliedern. Diese betreuten 2016 ca. 9700 Bienenvölker (im Durchschnitt 13 Völker pro Imker) und leisteten somit einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bestäubung der Kultur und Wildpflanzen in Südtirol.
Der Bezirk Bozen – Unterland erstreckt sich über ein sehr großes Gebiet in Südtirol: von Salurn im Süden bis zum Sarntal im Norden, von Nals im Westen bis Kastelrtuh im Osten. Im Bezirk sind somit fast sämtliche Vegetationszonen Südtirols vorhanden. Entsprechend vielfältig und unterschiedlich sind auch das Trachtangebot und die Betriebsweisen im Bezirk.
Aus diesem Grund fällt meistens auch der Rückblick auf das abgelaufene Bienenjahr bei der Jahreshauptversammlung des Bezirks Bozen – Unterland, die traditionell am 8. Dezember in Kaltern stattfindet, sehr unterschiedlich aus. 2016 war alles im allem ein relativ gutes Bienenjahr. Es gab eine gute Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker und eine brauchbare aber sehr kurze Blütentracht im Tal. Die Blütentracht auf dem Berg ist sprichwörtlich „erfroren“ durch den Wintereinbruch im Mai mit Schnee bis in die Mittelgebirge. Der Großteil des Junis war verregnet, aber Ende Juni setzte eine gute Waldtracht ein. So konnte im Großteiles des Bezirks eine zufriedenstellende Waldtracht geerntet werden.
Auch wenn es um die Gesundheit der Bienenvölker im allgemeinen Gut stand, so gab es 2016 leider auch einige Probleme. Bereits vor der Blüte im zeitigem Frühjahr gab es im Bereich des Kalterersees einen Spritzschaden, der landesweit für viel Gesprächsstoff sorgte. 2016 gab es im Bezirk Bozen – Unterland leider auch wieder einige Fälle von bösartiger Faulbrut. Die Gesundheitswarte haben im Zusammenarbeit mit dem Tierärztlichen Dienst die betreffenden Völker saniert Die Amtstierärzte werden 2017 die Situation weiter im Auge behalten.
Die Aufgabe des Bezirks ist es nicht nur als Bindeglied zwischen dem Imkerbund und den einzelnen Ortsgruppen zu fungieren. Auch die Weiterbildung aber vor allem das Gesellschaftliche und das Zusammentreffen und Zusammenarbeiten der Imker auf überörtlicher Ebene ist dem Bezirk ein sehr großes Anliegen. Dazu wurden neben der traditionellen Vollversammlung am 8. Dezember in Kaltern noch eine Reihe weiterer Veranstaltungen organisiert.
Der Auftakt der Veranstaltungen erfolgt traditionell mit der Vortragsreihe in der Landwirtschaftsschule Laimburg im Februar. An drei Abenden referierten der Bioimker Paul Rinner über seine Betriebsweise, der Landeswanderlehrer Andreas Platzer über die Auswinterung der Bienenvölker und WL Markus Kienzl zum Thema „Zeitgemäße Bienenpflege“.
Auch 2016 konnte im Frühjahr der Bezirk Bozen – Unterland eine besondere Aktion in Zusammenarbeit mit der Forstbehörde auf die Beine stellen. Um die Trachtlücken so gut wie möglich zu schließen und somit das Nahrungsangebot der Bienen zu verbessern, wurden von der Forstbehörde den Imkern des Bezirks ca. 200 Trachtpflanzen zur Verfügung gestellt. Heuer waren es vor allem Bergahorn. Die Bäume wurden über die Ortsgruppen an die einzelnen Imker im Bezirk verteilt und teilweise mit eigens organisierten Veranstaltungen gepflanzt.
Rund 70 Imkerinnen und Imker des Bezirkes haben am 12. Juni an der Waldtrachtwanderung in Welschnofen teilgenommen. Nach der Begrüßung und dem Apparativ bei der Stadlaml erzählte WL Maria viel Interessantes über Lachniden, Lacanien und anderen Honigerzeuger. Anschließend ging es durch den Wald wo die verschiedenen Honigerzeuger vor Ort gesucht, gefunden und näher bestimmt wurden.
Der heurige Lehr-, bzw. Kulturausflug am 21. August führte heuer die Imkerinnen und Imker des Bezirkes zur deutschen Sprachinsel Lusern. Der Kulturführer Luis Prader hat den 50 Teilnehmern viel wissenswerte und Interessantes über die Zimbern in diesem abgelegen Bergdorf Lusern erzählt. Nach der Besichtigung der Festung Gschwendt, ein imposantes Bollwerk aus dem 1. Weltkrieg hat uns der ex Bürgermeister Luis Nikolussi Castellan empfangen und uns durch das Dokumentationszentrum von Lusern geführt. Hoch interessant. Zu Mittag gab es „Gfrettata Gerst pin Finferli vo Lusern und an klumma Knedl pin Kas“. Bemerkenswert ist, dass 90 % der 300 Einwohner von Lusern heute noch den Zimbrischen Dialekt sprechen. Auf der Heimreise wurde noch dem Bienenmuseum in Lavarone ein Besuch abgestattet.
Weiters wurden im Jahr 2016 drei Ausschusssitzungen und zahlreiche Vorstandssitzungen abgehalten, in denen die verschiedenen Veranstaltungen und Tätigkeiten des Bezirks geplant und organisiert wurden.
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