Jahresbericht 2017

Der Imkerbezirk Bozen – Unterland, als größter Bezirk des Südtiroler Imkerbundes, besteht aus 18 Ortsgruppen mit 736 Mitgliedern. Diese betreuten 2017 ca. 9700 Bienenvölker (im Durchschnitt 13 Völker pro Imker) und leisteten somit einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bestäubung der Kultur und Wildpflanzen in Südtirol.
Der Bezirk Bozen – Unterland erstreckt sich über ein sehr großes Gebiet in Südtirol: von Salurn im Süden bis zum Sarntal im Norden, von Nals im Westen bis Kastelruth im Osten. Im Bezirk sind somit fast sämtliche Vegetationszonen Südtirols vorhanden. Entsprechend vielfältig und unterschiedlich sind auch das Trachtangebot und die Betriebsweisen im Bezirk.
Das Bienenjahr 2017 im Bezirk Bozen – Unterland kann als durchschnittlich betrachtet werden. Nach einem nicht sehr strengen Winter 2016/2017 gab es eine gute Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker und eine brauchbare aber sehr kurze Blütentracht im Tal. Nach der Blüte im Tal gab es leider wieder wie 2016 einen starken Kälteeinbruch, wodurch die Blütentracht in den höheren Gebieten des Bezirks sprichwörtlich erfroren ist und die Bienen, welche vorher im Talboden waren, den eingetragenen Honig wieder brauchten, bzw. teilweise sogar gefüttert werden mussten.
Auch die Waldtracht, welche ca. ab Juni in den verschiedenen Höhenlagen einsetzt, war nicht sonderlich ergiebig. Dies ist wahrscheinlich vor allem auf den sehr trockenen Juni zurückzuführen. Auch spätere Blütentrachten wie z.B. die Kastanie brachten nicht sonderlich viel Honig. Lediglich die Gebirgstrachten, wie z.B. die Alpenrosentracht brachten einen guten Honigertrag.
Positiv zu erwähnen ist hingegen der Gesundheitszustand der Bienenvölker. Die Faulbrutfälle aus dem Jahr 2016 konnten saniert werden. 2017 gab es diesbezüglich im Bezirk Bozen – Unterland keine größeren Probleme mehr. Auch der Winterverlust 2016/2017 hielt sich in Grenzen. Man kann davon ausgehen, das der Großteil der Imker die Varroa im Griff hat.

Die Aufgabe des Bezirks ist es nicht nur als Bindeglied zwischen dem Imkerbund und den einzelnen Ortsgruppen zu fungieren. Auch die Weiterbildung aber vor allem das Gesellschaftliche und das Zusammentreffen und Zusammenarbeiten der Imker auf überörtlicher Ebene ist dem Bezirk ein sehr großes Anliegen. Dazu wurden neben der traditionellen Vollversammlung am 8. Dezember in Kaltern noch eine Reihe weiterer Veranstaltungen organisiert.
Der Auftakt der Veranstaltungen erfolgt traditionell mit der Vortragsreihe in der Landwirtschaftsschule Laimburg im Februar. An drei Abenden referierten WL Heinrich Gufler über „die Bienenhaltung“, WL Maria Mayr Lago über „Bösartige Faulbrut“ und WL Andreas Platzer über „Bienenvergiftungen erkennen und handeln“. Die drei Vortragsabende sind stets gut besucht und ein „winterlicher“ Imkertreffpunkt des Bezirks geworden, bei dem es immer wieder zu interessanten Diskussionen und Erfahrungsaustauschen kommt.
Im Mai fand in Oberbozen auf dem Ritten in Zusammenarbeit mit örtlichen Imkern die 2. Südtiroler Apitherapietagung statt. Eine sehr gut besuchte und sehr informative Veranstaltung, bei der neben Vorträgen auch Workshops angeboten wurden.
Der heurige Lehr-, bzw. Kulturausflug führte die Imkerinnen und Imker des Bezirkes nach Seefeld zum Imkermeister Kurt Kriegel. Dieser verstand es auch bei mittelprächtigen Wetterbedingungen die Besucher aus Südtirol mit seiner Art für die Bienen und Imkerei zu begeistern. Am Nachmittag wurde dann noch das Rundgemälde auf dem Bergisel besichtigt.
Der Bezirk Bozen – Unterland betreute bei den Honigtagen 2017 den Stand mit dem Thema „Wie kann ich Bienen helfen“. Dabei wurde den Besuchern die Bedeutung von Blühpflanzen für die Bienen veranschaulicht. Das Motto lautete weg vom grünen Rasen (Wüste für die Bienen) hin zur Blütenoase. Um dies zu unterstützen wurden den Besuchern auch Samen von verschiedenen Pflanzenmischungen kostenlos mitgegeben.
Ende November fand in Zusammenarbeit mit der Uni Bozen und einigen lokalen Imkern der italienischsprachige Kongress „Api in Città“ statt, bei dem es um die Bienenhaltung in der Stadt ging. Verschiedene Referenten beleuchteten dabei die Vor und Nachteile der Bienenhaltung in Ballungsgebieten.
Bei der Jahreshauptversammlung 2017 wurde auch der Bezirksvorstand neu gewählt. Bezirksobmann Dieter Weis und Obmannstellvertreterin Maria Mayr Lago wurde in ihren Ämter bestätig. Tschager Toni aus Welschnofen wurde als zweiter Obmannstellvertreter gewählt.
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