Jahresbericht 2017

Das besondere unseres Bezirkes ist die geografische Lage. Es erstreckt sich über die Südseite des Zillertaler Hauptkammes von Gais auf 840 m Meereshöhe, über Mühlwald-Lappach-Weißenbach über das gesamte Ahrntal über den nördlichsten Punkt Italiens, bis hin auf den höchsten Punkt unseres Bezirkes der Dreiherrenspitze mit 3.500 m Höhe in den hohen Tauern. Südöstlich umfasst der Bezirk den Gebirgszug der Rieserfernergruppe mit der höchsten Erhebung des Hochgalls im Reintal mit 3.436m.
Die Vegetationsstufen erstrecken sich daher von der Fichtenzone in das hochalpine Grün bis hinauf in die Fels und Gletscherregionen. Dementsprechend verschieden ist auch die Imkerei, d.h. die Eingriffe in das Bienenvolk sind den jeweiligen klimatischen Gegebenheiten anzupassen. Es braucht ein gutes Einfühlungsvermögen, der Imker od. die Imkerin muss sich an das Bienenvolk anpassen und nicht umgekehrt, Betriebsweisen aus tieferen Lagen können nicht auf eins zu eins kopiert bzw. umgesetzt werden.

Unser Bezirk weist aufgrund der Lage weit ausgedehnte Trachtgebiete der Alpenrose auf, welche immer noch zu wenig genutzt werden. Benachteiligt sind wir in der Waldtracht die nur in den tieferen Lagen des Tauferer Tales jährlich vorkommt.
Der Honigertrag 2017 im Bezirk kann insgesamt als mittelmäßig eingestuft werden. Hervorzuheben ist die Alpenrosentracht im Gebiet von Kasern in der Gemeinde Prettau, wo die dort ansässigen Standimker ohne anderweitige Frühjahrstrachten anzufahren, Honigerträge von 30 Kg und mehr pro Volk ernten. Diese Tatsache beweist einmal die Anpassungsfähigkeit der Carnica Biene und dass die Ausweisung des Reinzuchtgebietes auf das gesamte Ahrntal nicht umsonst war. Die guten Erträge und vor allem die Sanftmut dieser Biene begeistern jung und alt.

Die geografische Lage hat besondere Vorteile in der Königinnenzucht. Die Abgrenzung durch die hohen Gebirgszüge garantiert die Reinrassigkeit der Carnicabiene. Es liegt an uns Imkern dieses Gebiet zu schützen und zu erhalten. Vom Zukauf von Ablegern und Königinnen aus dem Ausland wird abgeraten.
Die 172 Imkerinnen und Imker bewirtschaften 1.319 Bienenvölker aufgeteilt in 9 Ortsgruppen. Der Bezirksausschuss hat sich zu 5 Sitzungen getroffen. Der Bezirksobmann bzw. ein Stellvertreter hat an allen 4 Sitzungen des Bundesausschusses teilgenommen. Auch bei der Bundesversammlung im März waren wir gut vertreten. Besonders zu bemerken ist die Verleihung der silbernen Bienen Much Verdienstauszeichnung an Brugger Lois aus Gais.

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit war die Weiterbildung der Imker auf Bezirks- und Ortsebene.
Bei der letztjährigen Hauptversammlung am 4. Dezember 2016 referierte der Wanderlehrer Peter Senfter über die Honigverarbeitung, und stellte anschließend den Film über die Imkerei im Jahreskreis im Hochpustertal vor. Von Jänner bis März fanden in allen Ortsgruppen die Jahresversammlungen statt wobei gleichzeitig Fachvorträge von verschiedenen Wanderlehrern abgehalten worden sind. Bei der schon zur Tradition gewordenen Lehrveranstaltung im Kornkasten von Steinhaus am 1. April referierte der Landeswanderlehrer Andreas Platzer zum Thema “Erkennen von Vergiftungserscheinungen“.
Schon für den 5. April war ein Vortrag von Wanderlehrer Gufler angesagt, welcher über die Thematik der Königinnenzucht referierte. Hauptzweck dieser Veranstaltung war vor allem Imker für die Königinnenzucht zu animieren. Herr Gufler konnte mit seinen Ausführungen mehrere Jungimker begeistern am bevorstehenden Kurs in Dietenheim teilzunehmen.
Insgesamt haben wir jetzt in unserem Bezirk 16 praktizierende Züchter welche im Sommer 352 Königinnen bzw. Apideakästchen auf die Belegstelle brachten.
Der Belegstellenwart Künig Jakob hat für einen reibungslosen Ablauf der Belegstelle gesorgt.
Weiters im Bildungsprogramm stand heuer die Lehrfahrt nach Osttirol. Am Morgen des 21. Mai starteten wir mit den vollbesetzten Bus, kurz nach Lienz empfing uns Imkermeister Klaus Steiner der uns dann den ganzen Tag begleitet hat. Schon im Bus Richtung Kals stellte er uns seinen Bezirk, welcher ganz Osttirol umfasst, vor. Vor Kals besuchten wir die Imkerei Glocknerbiene des Sebastian Bauernfeind. Ein Vorzeigebienenstand mit der Carnicabiene, mit klimatischen Verhältnissen vergleichbar mit dem hinteren Ahrntal. Besonders hervorzuheben ist die Gastfreundschaft der Familie Bauernfeind die uns mit typischen Kalser Krapfen und anderen Bäckereien am Bienenstand verwöhnte.
Weiter gings dann über Kals zum Lucknerhaus wo wir mit Blick auf den Großglockner ein schmackhaftes Mittagessen einnehmen konnten. Auf der Rückfahrt nach Matrei zum Bezirksbienenstand machte wir Pause in Kals, Herr Steiner Klaus als Reiseführer informierte uns über die wirtschaftlichen Gegebenheiten und kulturellen Sehenswürdigkeiten, wobei die Gedenkstätte mit all den Namen der am Glockner verunglückten Bergsteigern uns allen sehr zu Herzen ging.
Nach diesem Intermezzo gings weiter nach Matrei zum Osttiroler Lehrbienenstand, ein idyllischer Platz wo wir vom gesamten Bezirksausschuss mit deren Frauen empfangen wurden. Neugierig begutachteten wir den Bienenstand und der Klaus informierte uns über Honigerträge, Varroaprobleme u. vieles andere mehr. Die Besichtigung hat aufgezeigt, dass auch auf einen einfachen Bienenstand mit naturnaher Völkerführung sich gute Erträge erwirtschaften lassen. Nach der Standbesichtigung sind wir von den Imkersfrauen, mit Kaffee und typischen osttiroler Köstlichkeiten verwöhnt worden. Dabei kam auch der imkerliche Erfahrungsaustausch aller Teilnehmer nicht zu kurz. Die Gastfreundschaft, die erlebte imkerliche, kulturelle und kulinarische Erfahrung dieses Tages wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Öffentlichkeitsarbeit:
Anfang Juni haben wir an der Mittelschule von St. Johann wieder für die ersten 4 Klassen die Bienentage abgehalten. Getrennt nach Klassen sind die Kinder mit theoretischen und praktischen Unterricht in die Welt der Bienen und der Imkerei eingeführt worden. Wie Bienenbehausungen früher und heute, von den Zeidlern bis in die moderne Imkerei, Imkerwerkstatt, Imkergeräte, Schaustock mit Königin, Bienenprodukte wie Wachs, Pollen, Propolis und verschiedene Honige, mit Vorführung der Honigschleuder und Honigverkostung.
Der Bezirk hat sich im Gemeindeblatt vom Juni vorgestellt. Am 20. August hat die Ortsgruppe Oberes Ahrntal beim Almfest in Großklausen auf der Moserebene heimische Spezialitäten von „Ahrntal Natur“ und köstliche Imkereiprodukte mit großen Erfolg angeboten.
Bei den Südtiroler Honigtagen in Brixen am 8. und 9. September ist unser Bezirk mit der Präsentation der Imkerwerkstatt beauftragt worden. Zwei Tage haben jeweils 3 Imker die Herstellung von Rähmchen, Futtertaschen, Schaukästen, Tischlereimaschinen, und einfache Geräte dem interessierten Publikum vorgeführt.

Zur Gesundheitslage im Bezirk:
Die Nachkontrollen über die Faulbrut verliefen alle negativ. Im Monat April und Anfang Mai sind alle B.V. im Sperrgebiet noch einmal von den Gesundheitswarten geprobt worden. Die Ursache dieses Faulbrutfalles liegt scheinbar im Ankauf von Ablegern aus dem Ausland.
Der starke Varroabefall besonders im Gebiet von Gais und Uttenheim im vorigen Herbst hatte einige Völkerverluste zur Folge. Ein massives Auftreten der Milbe war im Herbst bei einigen Imkern im Ahrntal zu verzeichnen. Trotz intensiver Behandlung wird sich zeigen ob diese Völker alle über den Winter kommen.

Tätigkeitsvorschau für 2018:
Schon im Jänner beginnen die Versammlungen in den Ortsgruppen, die Mitgliedsbeiträge werden einkassiert, neue Mitglieder werden angeworben.
Fachvorträge und die Versammlungen müssen geplant werden. Die Referenten sprich die Wanderlehrer müssen für die möglichen Termine bestellt werden.
Im Kornkasten von Steinhaus findet wieder eine Lehrveranstaltung mit Glückstopf und Büffet statt. Für die Königinnenzüchter wird ebenso eine Weiterbildung eingeplant.
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